Welches Netz bei Ihnen trägt — und wie man das herausfindet
Alle drei Netze werben mit Abdeckung. Was an Ihren Standorten ankommt, steht in keiner Broschüre.
Abdeckung in Prozent der Fläche sagt wenig darüber, ob es auf Ihrer Baustelle funktioniert.
Was die amtlichen Zahlen sagen
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig Werte zur 5G-Flächenabdeckung. Zum Datenstand Oktober 2025 erreichten alle Betreiber zusammen rund 95 % der Fläche; einzeln lagen die Netze bei rund 87 %, 76 % und 75 %. Mobiles Breitband insgesamt kommt auf rund 98 % der Fläche.
Zwei Dinge stecken in diesen Zahlen, die man leicht überliest: Es geht um Fläche, nicht um Orte, an denen gearbeitet wird. Und „alle Betreiber zusammen“ hilft Ihnen nur, wenn Sie bei mehreren gleichzeitig sind.
Die Messwoche — und warum sie für NRW interessant ist
Bei der zweiten bundesweiten Mobilfunkmesswoche kamen von über 60.000 Teilnehmenden knapp 20 Millionen Messpunkte zusammen. 4G und 5G machten rund 98 % aus, der 5G-Anteil sprang auf knapp 70 %, 2G lag unter 1 %.
Aus Nordrhein-Westfalen kamen die meisten Messpunkte. Für die Einschätzung eines Standorts im Kreis Paderborn ist das die belastbarere Grundlage als eine bundesweite Karte.
Ein Sonderfall: 5G Standalone und Netzscheiben
Mit 5G Standalone lässt sich ein Teil des Netzes für einen Zweck reservieren — sogenanntes Slicing. Ein Betreiber weist dafür Messwerte aus: 73 % weniger Paketverlust und 20 % geringere Latenz in einem Anwendungsfall.
Ein Vorbehalt gehört dazu, den kaum jemand nennt: Solche Zusagen gelten typischerweise nur im eigenen Netz. Im Ausland fällt die Karte in der Regel auf normales Roaming zurück. Wer darauf baut, sollte es sich vom Netzbetreiber schriftlich geben lassen.
Was wir stattdessen tun
Wir sehen uns an, wo Ihre Leute tatsächlich arbeiten — Betriebshof, Baustellen, Kundenstandorte, Fahrtstrecken — und prüfen die Netze für diese Punkte, nicht für den Landkreis. Bei bestehenden Verträgen zeigt die Rechnung zusätzlich, wo tatsächlich Daten anfallen.
Das Ergebnis ist manchmal unbequem: Es kann sein, dass zwei Netze im Betrieb sinnvoller sind als eines.
Quellen
- Bundesnetzagentur, Mobilfunkmonitoring, 15.12.2025 (Datenstand Oktober 2025)
- Bundesnetzagentur, zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche, Ergebnisse 09.07.2026
- Deutsche Telekom, Angaben zu 5G+ Ultra, 21.04.2026
Zahlen und Fristen altern. Wenn Sie etwas davon für eine Entscheidung brauchen, fragen Sie uns — wir sehen vor der Antwort noch einmal nach.